Trumps Amerika und das große Unbehagen

von Daraka Larimore-Hall

Während die politische Krise, die sich derzeit in den Vereinigten Staaten entwickelt, von außen schwer verständlich zu sein scheint, sollten ihre Schlüsselelemente für EuropäerInnen doch sehr vertraut sein. Die größte Mitte-Links-Partei hat über Jahrzehnte kontinuierlich an Wählerstimmen verloren und den Rückhalt in den traditionellen Hochburgen der Arbeiterschaft eingebüßt. Populisten, die ein Eifern gegen das Establishment mit fremdenfeindlichem Nationalismus vermischen, gewinnen an Zuspruch. Der Konsens der Eliten bezüglich einer globalisierten Wirtschaft, die nach den Interessen der Finanzindustrie organisiert ist, wurde im Kern erschüttert – genau wie die kulturelle Toleranz, die kosmopolitischen Moralvorstellungen und der Respekt für internationale Institutionen, die diese globalisierte Wirtschaft erst ermöglichten. Rassistische und fremdenfeindliche Rhetorik und Gewalt nehmen zu. Offene Appelle an ethnonationalistisches Gedankengut, die einst tabu waren, sind wieder zum Mainstream geworden. Mehr als zu jedem anderen Zeitpunkt in der jüngeren Geschichte sollte Europa, um die USA zu verstehen, in den Spiegel schauen.

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